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Cha Tao trifft Cha Do

TeezeremonieCha Tao ist die chinesische Übersetzung für der Weg des Tees, er wird auch Kung Fu Cha genannt. Ein Teil dieses Weges ist die Teezeremonie.  Gestern nun hatte ich die großartige Gelegenheit, den japanischen Teeweg entlang zu schreiten. Im japanischen ist heißt es Cha Do. Meine Freundin hatte mit das Ermöglicht.

Dazu habe ich mich im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg eingefunden, genauer gesagt, im dortigen Teeraum „Shoseian“.  Mich empfing Mineko Sasaki-Stange in einem Sommer-Kimono. Sie war es, die durch den ganzen Tag führen würde. Mineko, lebt seit 30 Jahren in Deutschland und hat Ihre Kulturellen-Wurzeln nicht vergessen. Alles wirkte nicht nur japanisch, es war japanisch. Denn  auch der Teeraum mit MKG ist ein Original.  Ebenfalls dabei war noch Seiko Murata, die sich unter anderem um das tolle Essen gekümmert hat.

Natürlich war ich gespannt aber auch angespannt. Hatte ich doch schon viel über die Teezeremonie gehört und schon einiges gelesen. Kompliziert soll sie sein und für westliche Kulturen doch ein wenig langwidrig.

Nach einer Kennlernphase haben wir erst einmal ein Blumenarrangement  vorbereitet. Dieses wurde an einer vorbestimmten Stelle im Teeraum aufgestellt. Nix auch wirklich nix bleibt bei einer Teezeremoie dem Zufall überlassen. Nun bekam ich die passende Kleidung verpasst. (Siehe Foto) Und mir wurden die ersten Schritte erklärt und gezeigt.

Da ist der Eintritt in den Teeraum, der nicht wie bei uns vollzogen wird; Tür auf, rein und wenn man gut erzogen ist, wird die Tür auch wieder zugemacht. Es ist schon fast ein Hineinschleichen. Aber wie bei dem gesamten Ablauf vereinigen sich beim Cha Do  Aspekte der Kunst, Ethik, Philosophie und Religion.  Auf die einzelnen Bestandteile kann ich nicht eingehen, zum einen sind es so viele, zum anderen reicht ein Tag nicht aus um sie zu erlernen. Es sind so viele, dass ich bestimmt noch etliche Stunden benötige, um mich lediglich als Gast halbwegs sicher zu bewegen. Das Erlernen der Führung durch eine japanische Zeremonie ist dann noch mal wesentlich schwer. Die Ausbildung zum Teemeister dauert übrigens fünf Jahre.

Auch die Bewegungen im Raum sind vorher definiert. Wie tief man sich zu Verbeugen hat, wie der mitgeführte Fächer zu halten und abzulegen ist. Nach etlichen Verbeugungen und schon (leicht) schmerzenden  Beinen, denn das sitzen auf der Tatmi-Matte will geübt sein, gabt es Tee. Er war sehr köstlich. So richtig konnte ich ihn dann doch nicht genießen, da ich  doch sehr konzentriert war um alles richtig zu machen.

Nun kamen auch die anderen Akteure. Zwei Schüler, die die einzelnen Abläufe der Zeremonie erlernen sollten. Sie wurden mir vorgestellt, und einer der Schüler kam mir doch sehr bekannt vor. Ich hatte ihn schon mal gesehen, da Mineko mir im Vorfeld schon kurz berichtete, war die Einordnung auch nicht so schwer. Marcel arbeitet bei Aiya Europe und war mit Ralf Janeki anlässlich der Matcha Tea Taster Runde von Pure Tea im Video für die richtige Zubereitung von Matcha zusehen. (zum Video).

Nach dem Essen, weiteren Vorbereitung, angenehmen Gesprächen über Tee und Japan ging es soll. Meine  Anspannung war gestiegen, ich wollte so viel wie möglich richtig machen. Vom Eintreten in den Teeraum, über das richtige Ausziehen und Platzieren der Sandalen bis hin zum Halten der Schale. Das ich alles richtig machen würde, war utopische. Ich musste mir aber dann doch schnell eingestehen, es würde noch lange dauern, um die Abläufe eines Gastes zu verinnerlichen, so dass ein Gefühl der Ruhe aufkommen wird. Auch die Übungen, die man sonst nur von Sportlern kennt, wie sie virtuell die Bewegungsabläufe durchgehen, konnten hier nur bedingt helfen.

Mineko musste mir immer wieder helfen, was als nächsten kommt. Sie tat es mit einer sehr motivierenden und ruhigen Art und Weise. Auch hatte ich nicht das Gefühl, ich wäre der Erste auf diesem Planeten der Probleme mit dem korrekten Ablauf hatte.

Mir hat es sehr gut gefallen. Mineko ist eine hervorragende Lehrerin. Das Essen war köstlich und alle Teilnehmer waren sehr nett. Ich hatte einen tollen Tag mit viel japanischer Kultur und leckerem Tee. Ich konnte viel sehen und lernen.

Das Thema Teezeremonie, dass ich bis jetzt nur am Rande behandelt habe, werde ich weiter vertiefen. Als erstes kaufe ich mir eine Tatami Matte, denn das Sitzen auf dieser harten Unterlage, ist für Ungeübte doch schmerzhaft. Und wer einer Teezeremonie beiwohnen möchte braucht japanisches Sitzfleisch, und das ist nicht am Hintern.

Arigato Mineko-san, Seiko-san, Rumi-chan, Maru-chan, Annika-san

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