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Fantasietee und Kekse

Wenn man in der Vergangenheit rum kramt, findet man so manche Sachen, die einem verloren gegangen sind. Ich z.B. dachte immer den ersten Kontakt mit Tee hätte ich in der 10. Klasse gehabt, als ich im Englischunterricht ein Referat inlusive einer Collage über Tee gehalten haben.

Damals verschwanden die Berührungsängste, zu einem oftmals kompliziert geredeten Produkt. Aber mal ehrlich, ist es mittlerweile nicht komplizierter einen Kaffee zu zubereiten? Die stundenlange Auswahl des richtigen Gerätes, die nach der Anschaffung des Brühautomats kompliziere Reinigung, die auch noch sehr regelmäßig stattfinden muss. Im Supermarkt muss man noch den Umweg zum MoPro-Regal vornehmen um Milch zu holen und der Aromasirup steht wieder in einer anderen Abteilung. Anstatt einfach etwas Tee in einen Filter zugeben, Wasser in der richtigen Temperatur hinzu zugeben und etwas warten. Aber ich schweife ab.

Also, ich dachte immer so mit 16 Jahren hatte ich den Erstkontakt, abgesehen von den Fenchel- oder Kamillentees, die ich von Muttern verabreicht bekommen habe. Doch während eines Kurzurlaub in meiner Heimat habe ich die Chance genutzt und mal in meinem Elternhaus nach der genannten Collage zu suchen. Noch habe ich sie nicht gefunden, doch dafür etwas anderes – ein Teeservice. Erst dachte ich, dies gehört einer meiner beiden Schwestern. Doch mit dem Gedanken lag ich falsch. Tatsächlich hatte ich mir das mal ausgesucht und sogar mehr oder weniger lang damit mitgespielt. Nicht, dass ich sagen möchte, ich hätte damals mit 4 oder 5 Jahren den Unterschied zwischen einem Assam und einem Darjeeling gekannt oder gewusst was Grünertee ist, aber immer hin, war schon eine Grundbegeisterung vorhanden. Ich hatte auch He-Man Figuren, habe mit Schwertern und anderen Spielzeugwaffen gespielt, halt alles was Jungen in dem Alter so machen, doch zum Energie tanken gab es Fantasietee und Kekse.

Es gibt so gut wie keine Regeln bei der Zubereitung von Fantasietee, und doch sind einige Besonderheiten zu beachten. Hier ein paar Tipps. Man nehme eine Teekanne für Kinder. Man muss nicht viel beachten, denn die Kanne ist von Naturaus gefüllt und hat nahezu eine unbegrenzte Kapazität. Auch wenn sie den Schein hat, es würde gerade einmal 4 Kinderportion hineinpassen, so könnten ganze Länder mit dem Inhalt beglückt werden. Der ständige Gang zum Wasserhahn entfällt somit. Die Ziehzeiten sind freiwählbar, ein Fantasietee entfaltet schon nach wenigen Millisekunden sein volles Aroma und auch nach mehrtägigem Ruhen ist der Geschmack perfekt. Als Erwachsener ist zu beachten, schon beim ersten Schluck ein freudiges Mmhhhhhm hervorzubringen. Auch wenn es manchen Teefreund die Fussnägel hochbiegt; Kaffee und Tee dürfen in derselben Kanne zu bereitet werden. Kinder wissen instinktiv, das Zugaben von Zucker und Milch nicht notwendig sind. Tee schmeckt auch pur sehr gut. Man hält sich auch nicht mit langausgearteten Lobeshymnen über die Eigenschaften des Getränkes auf, die nächste Tasse steht eindeutig im Vordergrund. Genießen und gut. Einen weiteren Vorteil gibt es beim Fantasietee noch, der Abwasch entfällt oder geht wenigstens ratzfatz.

Die Kernaussagen hinter dieser Spielerei ist: Tee zubereiten ist kinderleicht, zwar müssen einige Eckpunkte beachtet werden, doch ist Tee weniger kompliziert als angenommen. Von Kinder kann man eine Menge lernen, die richtige Teezubereitung mit inbegriffen.

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