search
top

Google, Tee und China

google_china_notausgangGerade geht die Nachricht durch alle Medien, dass Google sich aus dem China-Geschäft zurück ziehen will. Gründe sind wohl die Zensur und die Hackerangriffe auf Googlemail Konten von Menschenrechtlern aus China.
Der Begriff Cha Tao (der Weg des Tees) kommt aus dem chinesischen, daher fühle ich mich verpflichtet meinen Teil dazu zuschreiben und nehme das Thema als Anlass. Zwar könnte das Thema ganze Bücher füllen und stundenlang Diskussion provozieren, ich halte mich hingegen kurz.

Als freier Bürger, der die Mündigkeit des Einzelnen befürwortet, bin ich gegen Zensur und die Einschränkungen in vielen Formen. Dass sich Google zurückziehen will aus dem Chinageschäft, kann ich gut und gerne verstehen. Befürworte es sogar, man sollte sich nicht alles gefallen lassen.

Da ich schon einige Zeit im Ausland gelebt und gearbeitet habe, habe ich teilweise auch das Bedürfnis mich aus Deutschland zurückzuziehen. Mir reicht ja schon die ganze Bürokratie in unserem geregelten Land. Allein wie viel Zeit ich seit der Tee Heimat Gründung bei Ämtern und Behörden verplempern musste, ist schon eine Zumutung.

In meiner Diplomarbeit, die das Thema Handel mit China bearbeitet hatte, weiß ich um die Regulierungen und komplizierten Umwege für Geschäftsleute aus dem In- und Ausland.  Für uns westlich denkenden Menschen nicht immer leicht zu verstehen. Auch der Umgang mit den Menschenrechtsbeschneidungen ist schwer einzusehen. Zum einen missachten chinesische Staatsbeauftragte die Rechte seiner Mitmenschen zum anderen greift die Regierung nicht zu Mitteln, die die Selbstbestimmung anderer Staaten einschränkt mit denen sie Handel betreiben (möchten). So wie es die westliche Welt gerne macht – Milchpulver für mehr Mitbestimmung.

Eine solche Denke hat in China keine Tradition. Schon zu Zeiten der Ming-Dynastie wurde eine gewaltige Flotte unter dem Befehl vom Eunuchen Zheng He Richtung Westen geschickt. Das war um das Jahr 1405. Ziel war es, Handel zu treiben nicht um zur Eroberung. Zwar haben die Chinesen in ihrer Vergangenheit, auch in der Jüngsten, Länder erobert, z.B. Tibet, doch das sehen sie differenziert. Aus Ihrer Sicht haben Sie ein Kind zurück zur Mutter geholt. Und eine eigene Meinung steht jedem zu, ob sie einem nun gefällt oder nicht.

Wer jetzt im Fall Tibet richtig liegt und ob es so was wie Richtig überhaupt gibt, kann man nur schwer beantworten, da man sich leicht zu einer subjektiven Meinung hinziehen lässt.
Was man aber machen kann, ist seine eigene Meinung konsequent zu verfolgen. Sein Wertegebäude weiter aufrecht zuhalten und danach zu handeln.

Somit sollte Google sich aus China zurückziehen, egal wie die Konsequenzen aussehen. Sollten Sie sich jedoch dazu entscheiden zu bleiben, dann müssen auch sie sich bereit erklären, die herrschenden Regeln zu beachten, wie auch immer die aussehen. Doch auch die chinesische Regierung sollte gewisse Verhaltensregeln einhalten, damit Ihr Land auch weiterhin für ausländischen Unternehmen interessant bleibt.

Wer glaubt, die chinesische Regierung würde sich von jetzt auf gleich ändern, der schaue mal bitte auf die Olympischen Spiel in Peking zurück. Aus unserer westlichen Sicht, ist es wahrscheinlich nicht genug.

Ich trinke weiterhin Tee aus China. Ein Boykott kommt  nicht in Frage, zumal es den kleinen Teebauern mehr treffen würde, sollten mehr Menschen so denken, als die Machthaber. Der Name Cha Tao bleibt auch, er steht für eine Philosophie des Teegenusses und nicht als Zeichen der Sympathie der einzelnen Verhaltensweisen der Chinesen.

P.S. Ich habe nachgeschaut, zur Zeit sind die Seiten www.teeheimat.de und www.cha-tao.de bei Goggle China nicht zensiert. Mal sehen, ob sich das nach diesem Bericht ändern wird. Schlimm wäre es nicht, ein Einreiseverbot würde mich mehr stören, so hätte ich nicht die Chance die Teeplantagen und die Menschen zu besuchen, die ich so gerne persönlich kennenlernen würde.

Einen Kommentar schreiben

Du musst eingeloggt sein um einen Kommentar zu schreiben.

top