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Japan Tee Journal [Kukicha / Karigane]

Heute habe ich eine weiteren Teil des Japan Tee Journal von Johanna (Maiko Tea Shop) aus dem fernen Japan bekommen. Vielen Dank schon mal.

Karigane (Kukicha) – der Mischling unter den japanischen Grüntees

Neben den japanischen Hauptteesorten Sencha, Gyokuro und Matcha gibt es zahlreiche weitere beliebte Sorten. Weit verbreitet ist z.B. Karigane, auch Kukicha genannt.

Für die Teesorten Gyokuro und Sencha werden nur die besten, unbeschädigten Blätter der Teepflanze verwendet. Die Ernte enthält jedoch auch Stängel, kleinere Blätter- und andere Pflanzenteile. Diese werden während des Verarbeitungsprozesses von den Hauptprodukten getrennt und zu einer neuen Teesorte vermischt: Karigane bzw. Kukicha. Das Wort „Kukicha“ bedeutet „Stängeltee“ und ist die japanweite Bezeichnung für diesen Tee – in der Region Kyoto wird er jedoch als „Karigane“ bezeichnet.

Bei der Qualitätsbeurteilung von Karigane spielt das Mischverhältnis eine bedeutende Rolle: es sollte ein ausgewogenes Verhältnis zwischen großen, zu Nadeln gerollten Blättern, Stängeln und kleineren Blätterteilen bestehen. Die helleren Stängel setzen sich klar von den dunkleren Teeblättern ab. Das entstehende Bild sollte ein harmonisches Mengen- und Farbverhältnis ergeben und einen erfrischenden Anblick bieten.
Je nachdem, ob der Karigane aus Gyokuro- oder Sencha-Teilen besteht, schmeckt er eher blumig-mild oder erfrischend-herb. Beliebt sind auch Mischungen, die Teile beider Teesorten enthalten.

Ein hochwertiger Karigane-Gyokuro kommt dem Geschmack eines „echten“ Gyokuros erstaunlich nahe. Deswegen erfreut sich der „Stängeltee“ auch großer Beliebtheit in Japan: er ist viel günstiger als hochwertige Gyokuros oder Senchas und schmeckt gleichzeitig besser als andere Tees seiner Preisklasse.

Zubereitungsempfehlungen

Die Zubereitung von Karigane ist ähnlich wie die von Sencha. Selbstverständlich sollten Sie sich bei der Teezubereitung stets nach Ihrem eigenen Geschmack richten. Die folgenden Empfehlungen bieten Ihnen jedoch einige generelle Anhaltspunkte:

Gießen Sie 8 g Tee mit ca. 240 ml Wasser bei einer Temperatur von etwa 70° C auf und lassen Sie den Aufguss 60 – 90 Sekunden lang ziehen. Die Teeblätter sollten frei in der Teekanne schwimmen können.
Nach Belieben können Sie auch eine höhere Wassertemperatur verwenden und die Ziehzeit auf 30 – 45 Sekunden verkürzen.

Schenken Sie den Tee abwechselnd in kleinen Mengen reihum in die Teeschalen ein. So verteilt sich der Tee, der am Boden der Kanne stärker ist, gleichmäßig auf alle Schalen. Gießen Sie bis zum letzten Tropfen, damit die Teeblätter für weitere Aufgüsse so trocken wie möglich in der Kanne verbleiben.

Sie können dieselben Teeblätter je nach Qualität bis zu dreimal aufgießen. Ab dem zweiten Aufguss empfiehlt es sich, die Wassertemperatur zu erhöhen und ggf. die Ziehzeit zu verkürzen.

Generell gilt für Karigane die gleiche Faustregel wie für Gyokuro und Sencha: je höher die Qualität des Tees, desto niedriger die Wassertemperatur und desto länger die Ziehzeit. Eine niedrige Wassertemperatur betont die süßen und milden Aromen, durch die sich hochwertige Tees auszeichnen. Hohe Temperaturen lösen dagegen mehr Bitterstoffe. Bei geringer Qualität der Teeblätter sollte die Wassertemperatur nicht zu niedrig sein, da der Tee sonst einen sehr dünnen, faden, kaum wahrnehmbaren Geschmack entfaltet.

Karigane schmeckt in der Regel etwas weniger intensiv und milder als Gyokuro und Sencha. Deswegen ist er besonders als Alltagsgetränk zum Essen geeignet und ist ein gutes Einstiegsgetränk für Menschen, die japanischen Grüntee neu für sich entdecken. Auch enthalten die Stängel weniger Koffein (Teein) als die Teeblätter. Durch die Mischung von Stängeln und Blätterteilen wirkt Karigane somit weniger aufmunternd und mehr entspannend, ein Grund, weswegen er in Japan besonders gerne am Abend getrunken wird.

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