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Meine Audienz beim Teepapst

Was für eine Bezeichnung – Teepapst; was stellt man sich darunter vor? Einen alten Mann, der die Teeweisheiten aus 2 Literkannen getrunken hat, die er zu vor behutsam hineingoss. Einen Man der abgeschieden auf einem Berg sitzt und für alle Teetrinker und Teehändler, eine Pilgerfahrt wert ist? Oder einen religiösen Mann, der das Weihwasser gegen Tee eingetauscht hat, um so den Beelzebub auszutreiben?

Es passt wohl in abgeschwächter Form die erste Variante. Hinter dem Teepapst verbirgt sich ein junger Mann, der trotzdem viel Erfahrung hat – vor allem in Sachen Tee. Sein Name ist Thomas Groemer und seine Berufung ist es, Tee der Welt näher zubringen, um so den Teekonsum anzuregen. Tee, jung, erfahren, Konsum anregen alles Wörter, die ich auch auf meine Person beziehen könnte. Und tatsächlich, wir hatten eine gute Zeit, sehr interessante Themen und tolle Ideen.

Doch zurück zum Papst: Thomas Groemer ist nicht nur der Betreiber der Internetseite www.teepapst.com sondern auch Geschäftsführer von Aiya-Europe. [Link zum Cha Tao Text über Aiya]

Als er 18 Jahre alt war, zog es ihn zum ersten Mal nach Japan. Im Laufe seines Studiums lebte er 2 1/2 Jahre dort und studierte Tee-Wissenschaften in Shizuoka, dem Zentrum des Japanischen Tees. Dort fiel ihm auf, dass überall hochwertiger Tee zu finden war. Nicht nur in hochpreisigen Restaurants oder im stillem Kämmerlein, sondern auch in Getränkeautomaten; ja an weder Ecke, was das Interesse nur noch mehr anfachte. Als er zurück nach Österreich kam, war es wieder sehr schwer guten Tee zu bekommen.

Er beschäftige sich mit dem Thema japanische Tees auch wissenschaftlich/wirtschaftlich. Und das merkt man, denn vor mir saß ein kompetenter Mann, der nicht nur ein bisschen Teeluft geschnuppert hat, sondern das Thema voll und ganz lebt. Immerhin hat er in Japan auch einige Zeit in den Teeplantagen verbracht.

Wir sprachen recht lange, für mich war es sehr erfrischend, denn endlich traf ich einen Menschen, dem man nicht erst seine Überzeugungen nahe legen musste. Nicht immer die ständigen Erklärungen, von Tee, Internet und die Moderne. Man merkt sofort, wenn Menschen aus der Teebranche die Tradition bewahren wollen, oder sich neuen Wegen öffnen können.

Sein Lieblingstee ist übrigens Gyokuro und Matcha. „Beim Matcha ist es vor allen der Spaß an der Konzentration – es macht so richtig Klick im Kopf“, so Thomas. Doch auch ein Oolong oder ein Darjeeling kommt schon mal in seine Tasse.

Da er schon Musiker wie den Rapper Curse als Teebotschafter gewonnen hat, war ich besonders auf die Antworten zu meiner Lieblingsteefrage gespannt: Welche Musik passt gut zum Tee? Thomas antwortet mit einem leichten Schmunzeln, „kommt darauf an!“ Zum Matcha passen seiner Ansicht nach, Lounge Musik. Hingegen bei den klassischen Tees, die man z.B. zum High Tea trinkt, würde Klassik passen. Anders sieht das bei den japanischen Grüntees aus, hier nannte er Rap-Music. Zu guter Letzt, stellt er die Verbindung zwischen chinesischen Schwarztee (Keemun) und Rock Musik her.

Aber wir haben uns nicht nur getroffen um einander kennenzulernen, sondern auch um  Ideen auszutauschen. Das taten wir, was dabei herum kam, wird nach und nach gelüftet. Eine Kleinigkeit vorweg: Tee und Internet werden noch näher zusammenrücken.

Der Teepapst ist nun auch Tee-Scout bei Tee Heimat, was uns natürlich wirklich freut. Wie alle Tee-Scouts ist auch er ein Experte auf seinem Gebiet.

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